Donnerstag, 29. Juni 2017

25. Juni 2017

Es war sehr komisch an einem Sonntag mal länger schlafen zu können. Ich frühstückte in Ruhe und machte mich fertig für den Gottesdienst. Ich hatte viel zu viel Zeit und konnte es eigentlich kaum abwarten, dass ich endlich losgehen konnte. Ich wusste aber auch dass ich nicht wieder zu früh losgehen sollte. 15 Minuten vor Gottesdienstbeginn ging ich los. Ich wusste dass nicht viele bis fahren würden, weil Sonntag war, aber es kam überhaupt keiner. 2 Minuten vor 11 Uhr kam dann endlich ein Bus. Das Gute war, dass die Straßen komplett leer waren. 10 Minuten zu spät war ich am zentral Korps. Doch zu spät zum Gottesdienst war ich nicht. Ich setzte mich in eine ganz leere Reihe. Ich fühlte mich schon etwas komisch und war froh als mich eine Freundin ansprach, die ich bis jetzt noch nicht gesehen hatte. Wir redeten bis der Gottesdienst begann. Ich freute mich sehr sie wiederzusehen, weil sie gerade in der letzten Zeit eine sehr gute Freundin war. Der Gottesdienst begann mit ein paar Lieder mit der Kapelle. Ich kannte die meist Lieder und freute mich sehr wieder auf spanisch zu singen. Auch die Lobpreislieder machten mir viel Spaß zu singen, wie auch schon am Abend davor. Es war eine ganz andere Form ein Gottesdienst, aber gefiel mir sehr. Der Gottesdienst dauerte insgesamt fast zwei Stunden und das lag auf keinen Fall an der zu langen Predigt. Nach dem Gottesdienst gingen wir noch Mittagessen. Weil wir uns nicht entscheiden konnten, liefen wir erstmal eine weile. Auf der Hauptstraße quatschte uns ein Mann an. Er meinte er kann richtig krass Freestyle Rappen. Es war schon ziemlich lustig, weil er es überhaupt nicht konnte. Zum Mittagessen aßen wir Hühnchen, wie eigentlich immer. Es ist aber auch einfach Mega lecker. Danach fuhr ich erstmal nach Hause. Da mir die Jugendlichen aus dem zentral Korps gesagt hatten, dass am Abend nicht wirklich was sein würde, entschied ich mich dazu ins Korps/Gemeinde vom Kinderheim zu gehen. Da gab es nur ein kleines Problem: Ich hatte keine Ahnung mehr wann der Gottesdienst beginnt. Ich entschied mich einfach ein bisschen früher zu gehen, um noch ein bisschen Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Als ich ins Kinderheim kam, schauten die Kinder gerade Fernsehen. Ich freute mich sehr die Kinder wieder zu sehen, obwohl ich ja eigentlich nur einen Tag nicht da war. Beim Abendessen setze ich mich auch zu ihnen. Kurz nach 19:30 Uhr kamen dann die ersten Mitglieder auf der Gemeinde. Ich freute mich sehr die Leute zu sehen. Sie begrüßten mich richtig nett und dann begann auch schon der Gottesdienst. Wir sangen viele Lieder und es war irgendwie ganz schnell wie immer. Es hatte sich echt nichts geändert. Der Gottesdienst verlief echt schön, aber am Ende war ich doch froh dass ich die Möglichkeit habe ins zentral Korps zu gehen. Es ist nichts gegen die Gemeinde, aber ich fühle mich nicht so wohl dort. Die Leute im Zentral Korps sind mir einfach viel wichtiger und ich merke auch dass sie wirklich Interesse an mir haben. Nach dem Gottesdienst fuhr ich dann relativ schnell nach Hause. Ich war froh dass schnell ein Bus kam und ich schon bald sicher zu Hause war.

24. Juni 2017

Als ich ins Kinderheim kam, waren alle Kinder schon dabei zu putzen. Als ich auf den hinteren Teil des Geländes kam, versuchten gerade die zwei kleinsten Mädchen schwere Holzplatten zu verschieben. Ich konnte dass nicht mit ansehen und ging hin um ihnen zu helfen. Leider musste ich feststellen dass die beiden siebenjährigen Mädchen, stärker waren als ich. Das war schon ganz schön lustig, aber auch ein bisschen traurig. Den weiteren Vormittag half ich hier und dort mal wieder ein paar Kindern, aber achtete auch darauf dass die Kinder ihre Aufgaben wirklich machen. Ich war froh, wieder etwas Verantwortung zu übernehmen. Ich merkte wie viel Spaß es mir macht Verantwortung zu übernehmen und zu leiten. Nach dem Mittagessen setzte ich mich erst mal etwas raus in die Sonne. Gleich kamen die Kinder auf mich zu und ich genoss es Zeit mit ihnen zu verbringen. Nach einer weile ging ich in die Küche. Ich unterhielt mich echt gut mit der Köchin. Ich bin sehr froh, dass mein Spanisch immer noch so gut ist dass ich mich einfach unterhalten kann. Ich muss nicht mehr lange nachdenken wenn ich etwas sagen will. Ich sage es einfach. Und auch wenn ich nicht alle Wörter verstehe, verstehe ich doch fast immer den Zusammenhang. Um 15:30 Uhr ging ich dann nach Hause. Eigentlich wollte ich Wäsche waschen, aber das Waschbecken war besetzt, sodass ich nicht waschen konnte. Ich fragte die Besitzerin nach einem Bügeleisen und zu Glück hatte sie eins für mich, denn ich musste noch meine Uniform für den nächsten Tag bügeln.
Am Abend machte ich mich dann auf zur Jugend in der zentral Gemeinde. Ich ging extra spät los, um nicht ganz pünktlich zu sein. Ich glaube es ist mir wirklich nicht möglich zu spät zu kommen. Ich kam fast auf die Minute pünktlich. Die anderen die schon da war sagten mir, dass ich viel zu früh gekommen wäre und dass es noch dauern würde bis es losgeht. Zum Glück ging es dann doch nach 15 Minuten los. Am Anfang waren noch nicht so viele Jugendliche da. Abwechselnd sangen wir immer ein paar Lieder und spielten ein Spiel. Nach und nach kamen auch immer mehr Jugendliche, sodass es am Ende über 40 waren. Um kurz vor 9 Uhr, predigte dann eine Heilssoldatin aus der Gemeinde. Leider verstand ich nicht alles, weil ich schon echt müde war. Am Ende wurden dann noch alle neuen begrüßt. Ich hatte es schon fast befürchtet. Natürlich wurde auch ich begrüßt, auch wenn die meisten mich schon kannten. Als die Jugend vorbei war, unterhielt ich mich noch mit einigen Leuten, sodass es am Ende ganz schön spät war. Ich entschied mich wieder dazu ein Taxi zu nehmen. Für meine Fahrt nach Hause zahlte ich sogar noch weniger als die Tage zuvor. Für nur 1,50€ kam ich im Taxi sicher nach Hause.

23. Juni 2017

Auch heute morgen hatte ich nicht wirklich viel Lust aufzustehen. Trotzdem schaffte ich es irgendwie gegen 9 Uhr im Kinderheim zu sein. Die Kinder die ihre Hausaufgaben gemacht hatten, durften spielen, was alles entspannter machte. Die Kinder der sechsten Klasse mussten als Hausaufgabe fünf verschiedenen Origamifiguren falten. Dabei half ich den Kinder natürlich sehr gerne. Es machte mir sehr viel Spaß die Kinder staunen zu sehen, was man alles aus einem Blatt Papier machen kann. Der Vormittag verging wieder viel zu schnell. Ich brachte die Kinder zur Schule und ging dann nach Hause. Ich räumte mein Zimmer ein bisschen auf und ging danach einkaufen. Was ich nicht bedacht hatte war, dass heute San Juan ist. Wer meine Berichte schon etwas länger verflogt, erinnert sich vielleicht noch an dieses Fest. An diesem Tag wird die kälteste Nacht des Jahres gefeiert. Es werden zusammen Hot Dogs gegessen und manchmal gibt es ein Lagerfeuer. Dadurch dass anscheinend alle noch nichts eingekauft hatten, war der komplette Supermarkt überfüllt. Ich  schaffte es gar nicht an alle Regale ran, weil es so voll war. Natürlich vor allem beim Brot und bei den Würstchen. Ich war froh, als ich wieder draußen war. Ich fühlte mich überhaupt nicht wie im Winter und schon gar nicht dass die kälteste Nacht des Jahres kurz bevor stand. Ich setzte mich mit einem Eis im T-Shirt in den Park. Einige schauten mich ganz schön erstaunt an, aber es war wirklich nicht kalt.
Am Abend ging ich dann noch mal weg. Ich traf mich in der Innenstadt mit einigen Leuten. Ich traf auch einige Leute, die ich noch nicht gesehen hatte. Ich freute mich sehr sie wieder zu sehen, aber noch viel mehr freuten sich die anderen Leute. Alle fragten mich auch gleich, ob ich morgen zur Jugend ins zentral Corps komme. Natürlich komm ich. Ich merke einfach wirklich dass ich diesen Menschen nicht egal bin und sie sich freuen mich zu sehen. Deswegen werde ich auch ins zentral Corps gehen. Als ich am Abend nach Hause kam, wurde auch bei mir San Juan gefeiert. Es gab ein Lagerfeuer und natürlich auch Hot Dogs. Irgendwann klopfte es an meiner Tür. Es war die Hauseigentümerin. Sie lud mich zu sich nach Hause. Zusammen mit ihrer Familie aßen wir einige Hot Dogs und unterhielten uns. Sie war echt super nett und ich fühlte mich sehr willkommen. Nach einiger Zeit ging ich dann aber trotzdem in mein Zimmer, weil ich ziemlich müde war.

22. Juni 2017

Am Morgen kam ich kaum aus dem Bett. Ich ging etwas später zum Kinderheim, sodass ich erst kurz nach 9 Uhr da war. Die Kinder musste noch Hausaufgaben und das war ganz schön anstrengend. Die Kinder hatten nicht wirklich Lust dazu und kamen nur ganz langsam voran. Ich lernte mit einigen anderen Kindern das 1x1. Das machte mir echt wieder Spaß, auch wenn wir nur langsam vorankamen. Als dann Zeit zum Mittagessen war, waren einige Kinder immer noch nicht fertig. Die Zeit verging viel zu schnell, sodass die Kinder am Ende zu spät zur Schule kamen. Ich war froh dass in dem Moment nicht ich, sondern die andere Erzieherin die Verantwortung hatte. Danach ging ich erst mal wieder nach Hause. Ich ruhte mich den Nachmittag ein bisschen aus. Am Abend war dann, wie könnte es anders sein, Brassbandprobe. Dieses Mal aber nur von der zentral Gemeinde. Wir übten wieder zwei Stunden lag. Das Gute war dieses Mal, dass ich einige der Lieder aus Deutschland kannte. Nach der Übung ging ich noch mit ein paar jugendlichen ein paar Sachen kaufen, für einen Gottesdienst am Wochenende. Danach war es schon so spät, dass ich lieber ein Taxi nach Hause nahm. Zwar ist auch das Taxi nicht 100% sicher, aber sicherer als mit dem Bus. Ich war froh, als ich gut zu Hause angekommen war. Zu Hause schaute ich mir dann noch einen Film an, um ein bisschen abzuschalten.


Donnerstag, 22. Juni 2017

21. Juni 2017

Um kurz vor acht musste ich eure schon aufstehen. Ich frühstückte nur kurz und machte mich auf den Weg. Nicht etwa zum Kinderheim, sondern wieder mal zum zentral Corps. Dort war heute eine ganztägige Brassbandprobe, weil heute Feiertag war. Ich war mal wieder die erste die da war, obwohl ich die ganze Zeit Angst hatte dass ich zu spät kommen würde. Um kurz nach 9 Uhr begann dann die Probe. Dieses Mal auf einem anderen Horn. Es war ein ziemlich altes Instrument, dass wäre aber nicht das Problem gewesen. Dass Problem war, dass das Instrument nur zwei Ventilkappen hatte. Eine fehlte auf mysteriöse Weise. Aber spielen konnte ich es trotzdem. Nach zwei Stunden Übung, gab es dann die erste Pause. Ich unterhielt mich mit ein paar Freunden und dann ging es auch schon bald weiter. Die nächste halbe Stunde bestand darin, dass wir den Anfängern halfen zu üben. Dass hieß für mich und die anderen beiden Frauen die Horn spielen, dass wir den beiden Kinder halfen, die einfachen Lieder zu üben. Dass war für mich nicht ganz einfach. Denn statt CDEFGAHC, benutzen Sie hier Do Re Mi.... Um die Noten zu benennen. Ich kennen mich mit diesen Bezeichnungen nicht aus und konnte den Kindern deswegen nicht wirklich helfen, wenn sie mich fragten wir man ein Sol drückt. Nach einer halben Stunde kehrten wir dann wieder in unsere normalen Gruppen zurück. Die Lieder die wir übten waren echt super schwer und ich hatte ganz schön Mühe mit zu kommen. Aber es wurde immer besser. Um 13:00 Uhr war dann Mittagspause. Wir aßen alle zusammen Mittagessen und unterhielten uns weiter. Danach ging es weiter mit dem üben. Weitere zwei Stunden übten wir die Lieder und meine Lippen wurden immer müder. Um 16 Uhr gab es dann noch mal einen kleinen Snack. Ich hatte eigentlich gar keinen Hunger mehr, aber es gilt hier als unhöflich essen abzulehnen, sodass ich doch was aß. Nach der kleinen Pause kam dann endlich der letzte Block Probe. Am Ende trafen wir uns noch mal mit der Anfängerband, um die Lieder für den Marsch der bald ansteht zu spielen. Es war unglaublich laut, als alle 35 Leute anfingen die selben Lieder zu spielen. Ich freue mich jetzt schon auf den Marsch. Am Ende gab es noch eine kleine Andacht, um die Probe zu beenden. Ich glaube dass war heute die längste Probe die ich je hatte. Wir haben insgesamt über 6 Stunden gespielt und hier laufen die Proben viel strenger ab als in Deutschland. Hier wird nicht einfach mal zwischendurch noch gequatscht, es wird nur geprobt.
Nach der Probe ging ich wieder mit zwei Freunden weg. Wir setzten uns einfach auf den zentral Platz und redeten eine Weile. Danach fuhr ich bald nach Hause, weil ich echt müde war.

19. Juni 2017 - Geburtstag in Bolivien

                        In der Nacht wurde es richtig kalt. Obwohl ich schon mit zwei dünnen Decken schlief, war mir echt kalt. Aber ich war auch zu faul mir eine andere Decke aus dem Schrank zu holen. Ich wachte viel zu früh auf, trödelte dann aber so lange, dass ich am Ende nur noch 15 Minuten Zeit hatte mich komplett fertig zu machen und zu frühstücken. Ich ging zwar 10 Minuten später los, aber durch mein deutsches Blut kam ich trotzdem pünktlich. Die Kinder freute sich wieder mich zu sehen. Ich setzte mich mit einem der kleineren Kinder (7 Jahre, 2. Klasse) hin und wir lasen ein Buch. Letztes Jahr hatte ich genau mit diesem Kind sehr Probleme mit dem lesen und ich ahnte schon schlimmes als sie mir ein Buch vorlesen wollte. Ich war so sehr überrascht, wie gut sie jetzt lesen konnte. Sie könnte fast besser lesen, als ein paar der Fünftklässler. Ich war so froh, sie so lesen zu hören und hoffe, dass es vielleicht auch ein bisschen mein Verdienst war. Auch alle anderen Kinder hatte in der Zeit wo ich weg war, viel besser lesen gelernt. Jetzt hackt es nur noch an Mathe. Hier fangen die Kinder in der zweiten Klasse schon an Multiplikation zu lernen. Also lernte ich mit den Zweitklässlern das 1x1. Eines der Mädchen, machte sich echt gut und lernte schnell. Die anderen Kinder, hatten jedoch mehr Schwierigkeiten. Aber nach einiger Zeit ging es dann auch einigermaßen. Während dem Vormittag kamen schon immer wieder Kinder auf mich zu und fragte mich ob heute wirklich mein Geburtstag sei. Ich wollte natürlich nicht lügen und sagte ja. Sie freuten sich sehr und umarmten mich alle. Da die andere Erzieherin früher gehen musste, war ich mal wieder alleine mit den Kinder und es machte mir unglaublich viel Spaß. Beim Mittagessen kamen dann auch die Kapitäne dazu und auch die DOs (Die Chefs von einem Teil der Heilsarmee in Bolivien), weil sie was mit den Kapitänen zu bereden hatten. Am Ende des Mittagessens dann die Überraschung, das Heim hatte tatsächlich eine Torte für mich gekauft. Aber keine kleine Torte. Im Ernst ich habe in meinem Leben noch nie so eine große Torte gesehen. Se hatte bestimmt mehr als 40 cm Durchmesser. Als mir dann alle ein Geburtstagslied sangen, fühlte ich mich irgendwie dann komisch. Ich weiß in solchen Momenten immer nicht was ich machen und wohin ich schauen soll. In Bolivien gibt es eine Tradition, dass das Geburtstagskind die Torte anbeißen muss. Im letzten Jahr bin ich drumherum gekommen, aber dieses Jahr musste ich es machen. Es ist ja eigentlich nichts schlimmes dabei, aber die Tradition geht noch weiter. Während das Geburtstagskind reinbeißt schleicht sich immer jemand von hinten an und drückt das gesamte Gesicht in die Torte. Das Ende manchmal in einer ziemlich großen Sauerei. Ich versicherte mich, dass niemand hinter mir stand und biß einmal kurz rein. Zum Glück drückte niemand mein Gesicht weiter rein... Als Geburtstagskind bekam ich das größte Stück Torte. Da ich nicht unhöflich sein wollte, aß ich alles schön auf. Auch wenn ich danach Mega voll war. Danach gingen die Kinder zur Schule in ich erst mal nach Hause. Dort ruhte ich mich etwas aus und räumte etwas auf. Um 18 Uhr traf ich dann die beiden Freunde vom Vortag. Wir gingen dann zusammen ein Eis essen. Dann sagte meine eine Freundin dass sie was ganz wichtiges zu Hause vergessen hätte und wir sie nach Hause begleiten könnten. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich schon was passieren würde. Als wir ankamen gab es eine Überraschungsparty dort für mich. Es waren ein paar Freunde und ein paar Leute die ich nicht wirklich kannte gekommen, um mit mir einfach ein bisschen Zeit zu verbringen. Wir aßen wieder Kuchen und ein paar andere Snacks. Etwas später spielten wir dann noch ein Kartenspiel, was mir auch sehr gefiel. Um 21:30 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Hause. Es war ein komplett anderer Geburtstag als mein letzter hier in Bolivien und trotzdem war es schön. Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Freunde haben darf mich denen ich was machen kann und die mich mögen.





Beim Eis essen kam ein Armandverkäufer auf uns zu. Als er erfuhr, dass ich Geburtstag habe, hat er mir das gemacht. Dort steht Mirian alles gute zum Geburtstag. Mal schauen was ich damit machen werde.


18. Juni 2017

                     
Weil Sonntag war, mussten wir natürlich etwas früher aufstehen. Der erste Gottesdienst beginnt hier schon um 9 Uhr. Die Leutnantin meinte aber zu mir, dass ich beim ersten Gottesdienst nicht unbedingt dabei sein müsse. Deswegen blieb ich noch eine Weile in der Wohnung und machte mich in Ruhe fertig. Pünktlich zur Sonntagsschule kam ich dann runter. Es war voll schön, die ganzen Kinderlieder wieder zu singen. Es waren fast 20 Kinder da, was mich sehr erstaunte. Nach der Sonntagsschule, war dann der richtige Gottesdienst. Auch hör genoss ich es sehr die ganzen Lieder wieder zu singen. Ich wurde natürlich gleich gebeten ein Zeugnis zu geben. Da nur schon klar war, dass ich ein Zeugnis geben werde müsse, hatte ich schon eins vorbereitet. Blöd nur wenn dir dann auch noch ein Thema vorgegeben wird und dein vorbereitetes Zeugnis zufällig gerade nicht passt. Ich musste also doch improvisieren und ich glaube so schlimm war es dann nicht. Nach dem Gottesdienst unterhielt ich mich dann noch mit ein paar Leuten und blieb dann erst mal kurz alleine. Die Leutantin musste nämlich noch einen Hausbesuch machen. Ich begann schon ein paar meiner Sachen zu packen und meine Koffer umzuräumen. Als sie wieder da war, gingen wir das "beste Hühnchen Santa Cruz'" essen. Soooo gut wie angekündigt war es dann doch nicht, aber schon lecker. Am Nachmittag brachten wir dann meinen Koffer zum Busbahnhof. Da ich morgen im Flugzeug nur einen Koffer mitnehmen kann, gaben wir den anderen dort ab. Mit dem Bus wird er jetzt hoffentlich nach Cochabamba kommen.
Am Abend war dann noch mal Gottesdienst. Für die Leutantin der 4 an diesem Tag und für mich der 3. Wir warteten und warteten. Eine halbe Stunde passierte nichts. Ich glaube niemand von uns glaubte noch daran, dass jemand kommen würde. Doch nach gut 40 Minuten nach dem Gottesdienst Beginn, kam doch tatsächlich 2 Jugendliche und kurz darauf eine ältere Frau. Im Gottesdienst musste ich dann noch mal ein Zeugnis geben und schon wieder passt meine Vorbereitung nicht. Nach dem Gottesdienst gingen wir dann nach draußen. Nachdem ich am Nachmittag fast vor Hitze weggeflossen wäre, war es jetzt recht kühl geworden. "Llegó el sur", sagten die anderen zu mir. El sur ist ein starker und kalter Wind, der hier immer wieder Auftritt. Es war sehr angenehm, auch wenn ich mich komisch fühle bei so einem starken Wind morgen ins Flugzeug zu steigen...

Die ganze Nacht konnte ich kaum schlafen. Der Wind war einfach viel zu stark und überall krachte und knarzte es. Um 4:30 Uhr stand ich dann auf. Ich packte noch meine restlichen Sachen und dann tranken die Leutnatin und ich noch einen letzten Tee zusammen. Um kurz nach fünf war dann das Taxi da. Am Flughafen konnte ich es dann nicht glauben. Endlich ging es nach Cochabamba. Ich hatte ziemlich Angst vor dem Flug. Durch den wirklich starken Wind, fand ich es komisch in ein Flugzeug zu steigen. Ich betete die ganze Zeit, dass es ein ruhiger Flug wird. Und mein Gebet wurde erhört. Natürlich hat es ein paar mal geruckelt, aber nie so dass ich Angst bekam. Nach 35 Minuten landeten wir in Cochabamba. Ich konnte es nicht glauben. Als wir dann ausstiegen, gab es ein kleines Problemchen. Dadurch dass ich ja mit der Militär Airline geflogen war, kam ich nicht am Hauptflughafen an. Ich rief schnell die Kapitäne aus dem Kinderheim an und sie konnten mich zum Glück auch von dort schnell abholen. Ich freute mich sehr die beiden wieder zu sehen. Denn auch wenn ich mich oft über sie geärgert habe, freute ich mich irgendwie. Sie fuhren mich erstmal zu dem Ort wo ich den nächsten Monat wohnen werde. Es liegt in der Nähe vom Kinderheim. Dort habe ich mir über Airbnb ein Zimmer gemietet. Ich lies mir kurz alles erklären über das Haus und dann lief ich los ins Kinderheim. Ich konnte es nicht glauben. Ich bekam das Lächeln einfach nicht mehr von meinen Lippen. Als ich an die Tür des Heimes kam, war es sehr komisch. So viel Zeit ist vergangen und trotzdem fühlte sich alles so normal an. Ich klopfte an der Tür und nach ein paar Minuten machte mir zum Glück auch jemand auf. Die Kinder waren alle im Hinterhof. Als ich sie sah, war ich einfach nur glücklich. Endlich habe ich meine Kinder wieder. Die kleinen begrüßten mich auch sofort und freuten sich. Die großen blieben erst mal etwas auf abstand. Das kann ich sehr gut verstehen. Ich habe sie verletzt indem ich gegangen bin. Ich glaube ich habe ihnen innerlich damit sehr weggetan, so wie es alle tun, die den Ort verlassen. Den Vormittag verbrachte ich einfach mit den Kindern und schnell kamen auch die großen Kinder mehr auf mich zu. Auch die drei neuen Kinder schlossen mich schnell in ihr Herz. Ich kann nur immer wieder sagen, wie sehr ich diese Kinder liebe. Zum Frühstück ging ich zu den Kapitänen nach Hause. De Kapitänin erzählte mir ein bisschen wie es in Heim läuft und wie es ihnen geht. Es war schön zu hören, dass sich alles etwas verbessert hat. Nach dem Frühstück ging ich mit dem Kapitän meinen zweiten Koffer abholen, der inzwischen mit dem Bus angekommen war. Ich bin Gott auch da sehr dankbar, dass alles geklappt hat und jetzt all meine Sachen hier sind. Danach ging ich sofort wieder zurück ins Heim. Nach dem Mittagessen brachte ich alle Kinder zur Schule. Auch wenn mir die Kapitänin sagte, dass die Kinder auch alleine gehen könnten, war es mir wichtig sie zu bringen. Was ich total süß fand war, dass sogar die Lehrerin mich wiedererkannten und mich grüßte und wir kurz redeten. Dadurch dass alle Kinder jetzt am Nachmittag zur Schule gehen, konnte ich erstmal nach Hause gehen. Ich packte meine Sachen aus und ging einkaufen. Als ich endlich annähernd fertig war, ging ich auch schon wieder los. Die Kinder hatten mich gefragt, ob ich sie abholen könnte und ich wollte einfach nicht nein sagen. Ich blieb dann noch kurz im Heim, fuhr dann aber weiter ins zentral Corps. Weil ich ja jetzt schon ein paar Freunde hier habe, konnte ich im Voraus abmachen, dass ich in der Divisionskapple spielen kann. Als ich ankam war es voll schön, dass mich alle wiedererkannten und die mit denen ich Kontakt hatte sich sogar sehr freuten. Ich musste nur mein Mundstück mitbringen, weil in Horn hatten sie noch für mich. Am Anfang war es ganz schön schwierig rein zu kommen, aber nach und nach ging es immer besser und ich verlor auch langsam meine Angst. Aber die Stücke waren Mega schwer. Eigentlich hatten ich die ganze Zeit gedacht, dass die Band hier echt schlecht ist. Ist sie nicht. Sie spielen sogar fast besser als wir in Berlin. Es wird eine ganz schöne Herausforderung werden, aber ich freu mich drauf. Am Ende der Übung sagten sie noch die nächsten Termine an. Ich dachte sie verarschen mich, als sie meinten dass wir Mittwoch zwischen 9 und 17 Uhr Proben. Es ist kein Spaß, sie meinen es ernst. Nach der Übung ging ich noch mit zwei Jugendlichen weg. Das war echt super schön und ich freute mich sehr, dass ich jetzt wirklich weiß dass ich hier Freund habe, die mir was bedeuten.